"Ein Leben für
   die Marine"

 


 

"Admiral Theodor Püllen"


Der spätere Vizeadmiral Theodor Püllen wurde am 25. November 1871 als Sohn des Kreisarztes Dr. Püllen in Grevenbroich geboren. Dort besuchte er die Volksschule und das Progymnasium, bevor er 1890 am Quirinus-Gymnasium in Neuss sein Abitur ablegte.

Die Liebe zum Wasser hatte er durch seine an der Erft verlebte Jugend sozusagen mit auf die Welt bekommen. Als es für ihn hieß, Soldat zu werden, kam nur der Dienst bei der Marine in Frage. Hier brachte er es dank seiner Begeisterung für die Sache und seiner Tüchtigkeit in einer glänzenden Karriere zu einer hohen Stellung.

Mehr als 32 Jahre hat er der Marine angehört und in ausgesuchten Kommandos mit hoher Auszeichnung im In- und Ausland an Bord und Land Dienst getan.
Vier Jahre war er Torpedobootskommandant. Als 1900 im Boxerkrieg zur Verstärkung des Kreuzergeschwaders eine Linienschiffsdivision und drei Torpedoboote mit dem Expeditionskorps aus der Heimat nach China entsandt wurden, war Püllen als Kommandant auf "S91" dabei. Vorher schon fuhr er zwei Jahre als Wachoffizier auf "Prinz Wilhelm" in Ostasien.
Ihm als Rheinländer war es eine besondere Freude, dass er eins der Torpedoboote befehligen durfte, die seiner Zeit dem Rhein einen Marinebesuch abstatteten und, umjubelt von der Bevölkerung, bis Maxau bei Karlsruhe den Strom hinauffuhren.

Im ersten Weltkrieg befehligte er bei Kämpfen im Rigaschen Meerbusen den Kreuzer "Graudenz". In den Jahren 1917 / 1918 leitete er als Führer der Unterseeboote deren Einsatz im Mittelmeer.
Nach dem Zusammenbruch blieb er der Waffe treu und hatte durch seine Arbeit in der Übergangsmarine am Wiederaufbau hervorragenden Anteil.
Die schweren Nachkriegsjahre endeten mit dem schönen Ausklang, dass es Püllen vergönnt war, im Herbst 1923 seine Dienstzeit damit abzuschließen, dass unter seiner Admiralsflagge die Herbstübung der zwar kleinen, aber tüchtigen deutschen Flotte stattfand und von ihm geleitet wurde. Seine Lebensarbeit war ein wertvoller Baustein am Fundament und der Entwicklung der damaligen Reichsmarine. Er hat sich durch seine Verdienste mit unvergänglichen Lettern in das Buch der deutschen Marinegeschichte eingetragen.

Die gleiche Treue die Vizeadmiral Püllen der Marine auch in Zeiten tiefster Not bewahrte, bewahrte er auch seiner Heimatstadt Grevenbroich. Im Jahre 1929 überreichte er in einer Feierstunde dem damaligen Grevenbroicher Marineverein eine Fahne. Der Verein bzw. die Kameradschaft hat in der Folge ihren Namen mit demjenigen ihres Förderers und großen Vorbildes verbunden. Bis zu seinem Tod am 5. Juli 1931 war Theodor Püllen Ehrenvorsitzender der Marinekameradschaft.
Sein Werdegang beweist, dass es nicht notwendig ist am Meer geboren zu sein, wenn man ein großer Seemann werden will.